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Wenn dem Katzenfoto ein Hinrichtungsvideo aus Syrien folgt

Falter & Meinung | FLORIAN KLENK | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Vielleicht ist es Ihnen auch schon passiert. Vielleicht wollte Sie nur einer ihrer "Freunde" ein wenig "wachrütteln", was in der Welt so passiert.

Sie scrollen also durch die Facebook-Timeline, Sie schauen sich mit ihren Kindern rührende Katzenbilder der "Freunde" an, und auf einmal tauchen diese nackten Männer auf.

Mit erhobenen Armen werden sie durch die Wüste getrieben, 250 an der Zahl. Die syrischen Soldaten müssen sich auf den Bauch legen. Dann eröffneten die IS-Truppen das Feuer. Die jungen Männer, in Todesangst gelähmt, zucken nur kurz. Die "Allah!"-Schreie stammen von ihren Mördern, die ihr Massaker filmten und ins Netz stellten.

Auf einmal sehen Sie also in ihrem Wohnzimmer echte Menschen sterben. So, wie die Terroristen von IS das wollen. Mark Zuckerberg, der jeden nackten Busen verbannt, hat Sie davor nicht bewahrt. Auch den Schädel des geköpften James Foley zensiert er nicht.

Vielleicht haben Sie danach bei Facebook auf den "Ich will das nicht sehen"-Button gedrückt.


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