Die Brüder aus dem Gockelwald

Für jedes Huhn, das Eier legt, muss ein männliches Kücken sterben. Oder auch nicht

Stadtleben | BERICHT: NINA HORACZEK | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Dreitausend Hähne auf einem Fleck - das muss ein Riesenwirbel sein. Ist es aber nicht. Da chillen die Gockel gemütlich in der Sonne, sitzen auf einem Ast oder picken Körner. Nur hie und da hallt ein Krächzen durch den Pappelwald, das eher an Halsweh als an lautes "Kikeriki" erinnert.

"Das sind ja noch Teenager, die können noch nicht so gut krähen", erklärt Andreas Steidl, Leiter des Qualitätsmanagements der Biomarke Ja! Natürlich von Merkur und Billa. Dabei sind die weißgefederten Viecher mit ihren drei Monaten bereits im Methusalem-Alter. Denn normalerweise werden die ungeliebten Brüder der Legehennen nur einen Tag alt.

Die moderne Geflügelindustrie funktioniert nämlich nach dem Motto "Isst du erst dein Frühstücksei, ist's mit dem Hahn schon längst vorbei". Denn die Legehühner werden gleich nach dem Schlüpfen aussortiert: Die weiblichen Küken gehen in die Aufzuchtund Legebetriebe, die männlichen landen gleich am ersten Tag in einer Art Fleischwolf oder werden -in Österreich


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