Tiere

Denk positiv!

Menschen und Tiere der Woche

Falter & Meinung | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014


Zeichnung: Bernd Püribauer » zur Tier-Galerie

Sommer aus, Schule an. Beliebte erste Aufgabe in Klassenzimmern: Was ich in diesen Ferien gelernt habe. In meinem Fall waren es zum Beispiel viele neue unterscheidende Worte für Regen: Steigungsregen (an Bergketten), Konvektionsregen (der typische Wolkenbruch) und Frontregen (warme und kalte Luftmassen lassen die Sau raus). Dann gab es noch Dauerregen (mehr als sechs Stunden lang zumindest 0,5 Millimeter Niederschlag pro Stunde), Starkregen (ab fünf Litern je Quadratmeter in fünf Minuten), Platzregen (auf einer Fläche von weniger als einem Quadratkilometer), leichter, mäßiger und starker Nieselregen (Tröpfchendurchmesser < 0,5 mm) und die beliebten Eissalonvariationen Griesel (Eiskörner < 1 mm), Graupel (< 5 mm) und Hagel (Eisklumpen > 5 mm). Ausgelassen haben wir heuer nur die Formen Monsun- und Tropenregen. Vielleicht können wir diese Niederschläge dank Klimaerwärmung auch bald erleben. Die indigenen Völker im nördlichen Polargebiet – die Schleckeismarke heißt Eskimo – brauchen mit ihren vielen Worten für Schnee jedenfalls nicht mehr zu prötzeln.

Eigentlich drängt sich der Regenwurm als dieswöchiges Thema auf. Aber dies wäre doch sehr platt, und diese Tiere sind keine Platt-, sondern vielmehr Ringelwürmer.

Und außerdem sollte traditionellerweise Anfang September von allen Medien eine Wespenplage ausgerufen werden. Aber nur aus Osttirol hörte man lautes Wehklagen über eine schwarz-gelbe Gefahr. Die Zustände dortorts müssen wirklich verheerend sein, denn in einem packenden Bericht auf ORF online wird ein Gastwirt zitiert, „der bereits selbst von Wespen gestochen wurde“. Aber hallo! Und die Wirtschaftskammer reagiert nicht. Gastgärten sind tatsächlich gute Attraktoren für Insekten, denn wer Bier oder kohlenhydratreiche Speisen konsumiert hat, atmet auch mehr Kohlendioxid als nüchtern aus. Und dieses Gas riechen Wespen über Entfernungen von mehr als 50 Metern. In der Nähe orientieren sich die Tiere dann optisch, indem sie meist schnell um einen herumfliegen. Das ist aber kein Zeichen besonderer Aggressivität, sondern nur der Versuch, scharf zu sehen. Denn nur bei hoher Fluggeschwindigkeit sehen Wespen mit ihren Facettenaugen einigermaßen scharf.

Resümieren wir den Sommer positiv, so wie es sich die Österreichwerbung wünscht: Nur Sonnentage machen Probleme, bei Regenwetter wird man nicht von Wespen belästigt. Visit rainy Austria!


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