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Falter & Meinung | KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Will jemand aus dem Politikressort das Feuilleton (oder genau andersrum) mit einer zarten Glasur aus Häme überziehen, bemüht er oder sie gerne das Wort vom "Lebensfreuderessort". Wenn ein Land ein "Lebensministerium" hat, kann eine Stadtzeitung allemal ein "Lebensfreuderessort" haben. Es ist aber natürlich ironisch gemeint und soll besagen, dass die Kolleginnen und Kollegen vom jeweils anderen Ressort wieder einmal in den Keller gegangen seien, um dort Betonpatscherln für die gute Laune zu gießen.

Schwer zu entscheiden, wer in diesem ewigen Kellerduell diesmal die Nase vorn hat. Das Cover hat jedenfalls die Politik gewonnen. Es pinselt die Zukunft der ÖVP tiefschwarz, denn mit echten Stimmungsaufhellern sind die Reihen der einstigen bürgerlichen Großpartei nicht eben dicht besetzt. Vom Gute-Laune-Faktor her kann die Recherche über das Theaterprekariat, mit dem das Feuilleton aufmacht, freilich durchaus mithalten. Und weil das Wetter derzeit eher Allerseelen-als Altweibersommerflair verbreitet, hat Raphael "Prince of Darkness" Moser das Interview mit dem US-Schriftsteller Stewart O'Nan auch grau in schwarz gestaltet und mit dem Farbton Dried Blood dezent aufgepeppt. Aber um es mit den Worten der großen Büttenrednerin und Besinnungslyrikerin Roswitha Rudzinski zu sagen: "Wenn du glaubst, es geht nicht mehr, kommt irgendwo ein Lichtlein her." In diesem Falle ist der Diminutiv unangebracht, denn: Nina "Queen of Light" Horaczek meldet sich als Autorin zurück - mit Beiträgen für Stadtleben und Politik.


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