Prost! Lexikon der Getränke. Diese Woche: Bordeaux

Rotwein aus Bordeaux betört ungemein

Stadtleben | MS | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Wer in Frankreich in den Supermarkt um die Ecke geht, kann sich leicht überfordert fühlen: Käse, Wein, Delikatessen in rauen Mengen. Es ist zwar keinesfalls so, dass man in Österreich unter Qualitätsmangel leidet, aber die Wahrscheinlichkeit, Qualität zu finden, erhöht sich, wenn man sich in der Nähe von Bordeaux, Region Aquitanien, aufhält. Es heißt, dass die Erfolgsgeschichte dieses Weinbaugebiets im zwölften Jahrhundert begann, als durch die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit Heinrich Plantagenet, dem späteren englischen König Henry II., Wein aus Bordeaux en masse an den englischen Hof geliefert wurde. Heute wird auf 120.000 Hektar Fläche Wein produziert, das sind ungeheure 850 Millionen Flaschen pro Jahr. Bordeaux ist der Begriff für das Gebiet und den Cuvée, den man vorwiegend aus den Trauben Merlot und Cabernet Sauvignon erzeugt. Welche Trauben schließlich verwendet werden, wird man nie auf den noblen Etiketten lesen, es bleibt der näheren Recherche vorbehalten. Von letztgenannter Rebsorte behauptet man, dass sie eine Kreuzung aus Cabernet Franc und Sauvignon Blanc ist oder eine spontane Mutation aus den beiden.

Bewegt man sich nun noch ein Stück landeinwärts, dann gelangt man zum Gebiet Saint-Emilion. Es ist ein kleines Weingebiet, wo ausschließlich Rotwein angebaut wird, der zu den besten weltweit gehört. Bordeaux vom Chateau Redon gelangte in den Fokus. So unglaublich betörend ist der tiefrote Saft und so unglaublich trocken im Abgang. Geschmacksexplosiv.


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