Ins Mark Der Kommentar zur steirischen Woche

Sperrstund' is' ...

Steiermark | Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Das Grazer "Sorgengrätzel" der vom Partyzirkus entnervten Anrainer um die Uni wurde wieder einmal zum Thema gemacht. Ihre Geschichte dazu titelte die Kleine Zeitung letzte Woche mit "Wieder Wirbel im Univiertel". Nur scheint es, abgesehen davon, dass sich demnächst Lokalbetreiber der Partymeile mit dem Bürgermeister zusammensetzen, nicht viel Neues zu geben.

2012 beschloss der Stadtsenat eine Sperrstundenverordnung, einige Lokale müssen seitdem um zwei Uhr nachts die Schotten dichtmachen. Sie ist zwar juristisch immer wieder angefochten worden, gilt aber nach wie vor. Die Verordnung wurde beschlossen, um die Lärmbelästigung sowie kriminelle Handlungen, wie etwa Diebstähle, zu reduzieren. Rund um manche Lokale habe sich die Lage verbessert, bestätigt die -neben Stadtrat Mario Eustacchio (FP) - für die Bauund Anlagenbehörde verantwortliche Stadträtin Elke Kahr (KP) dem Falter. Allerdings gibt es auch Wirte, die sich nie an die Verordnung gehalten haben. Mit Strafen waren sie bislang anscheinend nicht zu bändigen.

Wenn Kahr nun gewissen Betreibern "mangelnde Rechtstreue" attestiert und meint, es sei ihnen die Betriebsstättengenehmigung zu entziehen, dann ist das legitim. Und sicher ist es bitter, dass die Sperrstunde jenen Wirten, sie sich daran halten, wirtschaftlich zusetzt. Aber sie wieder aufheben? Dann finden die Bewohner niemals ihren Frieden. Wenn der Verordnung Genüge getan wird und es dereinst im Univiertel ein wenig ruhiger wird, verliert die Stadt nicht gleich ihr letztes und kostbarstes Stück an Partykultur. Auch woanders wird ohne ständige Generalunruhe bis in die Puppen gefeiert. F


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