"Ich fühle mich nicht in die Ecke gedrängt"

Was macht Putins Russland aus? Wie sieht Russland den Westen? Alexander Morosow, Publizist und Kremlkritiker, gibt Antworten

Politik | INTERVIEW: ERICH KLEIN, ARMIN THURNHER | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Wie die westliche Welt Russland wahrnimmt, das ist Gegenstand breiter Berichterstattung. Wie aber nimmt Russland den Westen wahr? Darüber sprach der Falter mit Alexander Morosow, einem der renommiertesten Publizisten des Landes. Er beschreibt ein Land, das für Westeuropäer schwer zu durchschauen ist - weil die Denkkategorien anders sind. Das beginnt schon damit, was in Russland links und was rechts bedeutet.

Falter: Herr Morosow, wie schaut es in Russland mit links und rechts aus?

Alexander Morosow: Alles ist im Umbruch. Aber es gibt noch immer die alte Linke, die Kommunistische Partei, die heute jegliche Bedeutung verloren hat, und die alte Rechte. Diesbezüglich herrscht in Russland Sprachverwirrung: Rechts sind einerseits Ultraliberale wie Boris Nemtsow, andrerseits gibt es auch eine stockkonservative Rechte, Verherrlicher eines starken Staates, das reicht bis zu den Monarchisten.

Sind Sie selbst links oder rechts?

Morosow: Ich bin sicher kein Linker, eher ein Liberaler im europäischen


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