Die Klasse von 1994

Das Bühnencomeback von Blumfeld begeisterte in der Arena ein mit der deutschen Diskurspopikone gut gealtertes Publikum

Feuilleton | REPORTAGE: GERHARD STÖGER | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Auf dem Klo der Erdberger Arena hängt ein Plakat für das Blondie-Konzert am 11. September. Es zeigt ein uraltes Foto der Sängerin Debbie Harry in greller Pop-Art-Ästhetik; die New Yorker Band feiert mit der Tour den 40. Geburtstag. Pop ist alt geworden, sagt dieses Plakat, sehr alt. Stand er einst ausschließlich für die Feier des Augenblicks, so lebt er heute nicht selten vom Blick zurück.

So auch bei Blumfeld, den Helden dieses Samstagabends. Ihr Konzertplakat kündet vom 20-jährigen Jubiläum des zweiten Albums "L'Etat Et Moi", mit dem der Sänger, Gitarrist und Texter Jochen Distelmeyer 1994 endgültig zum Posterboy des deutschen Diskurspop wurde.

Die spätere Karriere von Blumfeld verlief wechselhaft, 2007 löste sich die Band nach einer Reihe personeller Veränderungen und der umstrittenen Hinwendung zu Liebeslied und Naturlyrik auf. Jetzt steht sie für insgesamt neun Konzerte wieder in der einstigen Originalbesetzung auf der Bühne und spielt die alten Lieder.

Ihr letztes Album


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