Nüchtern betrachtet

Ich wünschte, ich könnte Armbanduhren trinken!

Feuilleton | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Noch bin ich nicht auf dem Stand jener, die in Interviews über Geldangelegenheiten mit großer Gelassenheit kundtun, dass sie das alles nie sonderlich interessiert hat, solange sie ein Auskommen haben und ein Haus, "wo man die Herbstblätter runterrascheln hören kann", aber ich fühle, wie ich mich stark Richtung Altersweisheit bewege. Wobei ich im Unterschied zu, sagen wir: Erika Pluhar ein großer Freund des Konsumierens bin. Es befriedigt mich zutiefst, wenn ich einen Klotz Butter aufgebraucht habe und im Supermarkt einen neuen kaufen kann. Butterkaufen ist voll der Bringer!

Dass man Geld nicht essen kann, wusste ich ja schon von den Indianern. Das stört mich aber nicht weiter, denn man kann Geld ja gegen Pferdepastrami, Pemmikan oder Pusztaschnitzel eintauschen. Was mich fertigmacht, sind Dinge, die sich nicht so ohne weiters konsumieren lassen. Armbanduhren zum Beispiel kann man nicht trinken, auch wenn es in Eugen Egners "Tagebuch eines Trinkers" einmal heißt: "nüchtern geblieben,


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