Romeo kommt aus Afghanistan

Die Schauspielerin Hilde Dalik inszeniert Shakespeares "Romeo und Julia" mit jungen Asylwerbern

Politik | BESUCH: NINA HORACZEK | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Es gibt Geschichten, die lassen sich nicht einfach erzählen. Schon gar nicht, wenn man als Jugendlicher ganz alleine tausende Kilometer geflüchtet ist und jetzt auf der Theaterbühne steht. Warum bin ich weg aus Afghanistan? Gute Frage. Warum ist mein Vater tot? Warum ist mein älterer Bruder tot? Warum hat mein anderer Bruder eine Prothese? Warum sag ich, mein Herz ist tot?

Damit das Publikum doch erfährt, was den jungen Mann bedrückt, lässt Schauspielerin Hilde Dalik ein Video auf die Bühnenwand projizieren. Denn Dalik, bekannt aus österreichischen Filmproduktionen und aus dem Theater in der Josefstadt, ist bei "Romeo und Julia -freestyle" zum ersten Mal Regisseurin.

Dafür hat sie sich ein ungewöhnliches Ensemble ausgesucht. Die männlichen Schauspieler sind junge Asylwerber, die ganz alleine nach Österreich geflüchtet sind, der jüngste ist 16, der älteste 21 Jahre alt. Da wird auf der Bühne getanzt, gesungen, gestritten und geflirtet. Und das nicht nur auf Deutsch, sondern


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