Die Band Dust Covered Carpet findet schöne Töne im Tal des Jammers

Feuilleton | MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Die einen betrachten das Leben als schier endlose Party, die anderen als auswegloses Jammertal, das bis zur finalen Erlösung durchschritten werden will. Der Rest tummelt sich irgendwo zwischen diesen beiden Extremen des Blicks auf die Welt.

Wer die Wiener Band Dust Covered Carpet auf der Bühne stehen sieht, konzentriert und in sich gekehrt, weiß noch vor dem ersten Ton, dass diese jungen Menschen eher nicht der Partyfraktion angehören. Bunte Kleidung ist verpönt, ein Zuviel an Bewegung ebenso, der Konzertraum wird in dichten Nebel gehüllt. Grau in grau, wohin i schau!

Dass dann lieber mit geschlossenen Augen gejammert als mit euphorischer Zappeligkeit "Hey-ho! Let's go!" gebrüllt wird, überrascht nicht wirklich. Um die Leere geht es in den Liedern und die alltägliche Monotonie, um die Troubles, die einen beuteln, und die erfolglose Suche nach dem Glück, um morbide Fantasien, Einsamkeit und Wunden, ältere wie neuere.

Die Qualität dieses Gejammers aber überrascht durchaus. Dust


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