Punkterl Die Glosse vom Falter

Falter & Meinung | aus FALTER 36/14 vom 03.09.2014

Bereits seit einigen Wochen ärgert ein Bordellbetreiber die Wienerinnen und Wiener. Er parkt Kleinbusse in der Innenstadt, auf denen Sexarbeiterinnen in Pornoshopbekleidung Werbung für einen Puff machen. Die Werbung sei eindeutig sexistisch, heißt es dazu aus dem Büro der Frauenstadträtin. Die Auswirkungen auf das Frauenbild seien furchtbar. Die Polizei versieht die Fahrzeuge mit Parkkrallen, erzürnte Bürger oder Bürgerinnen greifen zur Spraydose.

In der Rotenturmstraße steht einer der Busse gegenüber einer Filiale der Modekette Palmers. In der Auslage hängen Unterwäscheplakate, die an die Fotos der Sexarbeiterinnen erinnern. Vor drei Jahrzehnten hätten Feministinnen nicht lange gefackelt und die Palmers-Werbung gleich mit übermalt. Heute unterscheidet man hingegen fein säuberlich zwischen der Wäsche, die durch Fleisch, und dem Fleisch, das durch Wäsche verkauft wird.

Eine andere Erklärung: Es war das ungarische Nummernschild, das das Blut der Antisexisten in Wallung brachte. F


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