Kommen S'rein, können S'rausschaun

Dieses Wochenende erstmals in Wien: das Architekturvermittlungsformat Open House

Stadtleben | ANKÜNDIGUNG: CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

Bei fremden Leuten in der Wohnung herumspazieren, das finden gar nicht so wenig Leute ziemlich aufregend. Der Andrang bei publikumsnahen Architekturfestivals mit der Möglichkeit, auch Privatwohnungen zu besichtigen (wenn sie architektonisch interessant sind), beweist diese These regelmäßig. Mit Open House hat Wien jetzt eine weitere, international erprobte Architekturveranstaltung, bei der die offenen Türen Programm sind. 20.000 Neugierige erwarten die Organisatorinnen von Open House Wien an diesem Wochenende. Zu sehen gibt es 70 ausgewählte Gebäude in der ganzen Stadt.

Weil man Architektur nicht nur herzeigen, sondern auch Inhalte "auf Augenhöhe" vermitteln möchte, wurden in den vergangenen Wochen 200 Freiwillige gecastet, sogenannte Volunteers, die in der Lage sein sollen, die architektonischen Besonderheiten von nagelneuen oder auch historischen Büro-und Bildungseinrichtungen, Gewerbebauten und Wohnhäusern allgemein verständlich zu präsentieren.

Meist kann man die Bewohnerinnen und Bewohner oder auch die Menschen, die in den Büros arbeiten, bei den Führungen persönlich treffen und direkt fragen, wie es sich im schicken Dachausbau oder dem neuen Büroturm so lebt und arbeitet.

In London, New York oder Buenos Aires funktioniert Open House seit Jahren ausgezeichnet. Jetzt hat man also auch in Wien die Möglichkeit, die Stadt besser kennenzulernen. Oder auch nur das komische Gebäude, an dem man jeden Tag vorbeifährt, sich fragend, wer da wohl drin wohnt.

Der Eintritt ist frei, Anmeldungen sind nicht erforderlich. Gedruckte Programmhefte sind bei jedem der 70 offenen Häuser erhältlich: vom eben erst eröffneten Bildungscampus hinter dem Hauptbahnhof bis zum Hochhaus Herrengasse, vom Kleingartenhäuschen "Käfer" bis zum Wohnpark Alt-Erlaa. F


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