Kommentar Staatsoper

Er legt den Taktstock aus der Hand und verstört das ganze Land

DANIEL ENDER | Falter & Meinung | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

So überraschend der Zeitpunkt für den Abschied von Franz Welser-Möst als Generalmusikdirektor (GMD) kam, deutliche Vorzeichen einer Disharmonie mit Direktor Dominique Meyer hatte es schon seit längerem gegeben. Wobei sich der scheidende Dirigent sogar auf eine Reihe prominenter Vorgänger berufen kann, die im Unfrieden gingen: von Gustav Mahler und Richard Strauss bis Herbert von Karajan und Lorin Maazel. Besonders groß war die Aufregung, als Karl Böhm 1956 erklärte, seine internationale Karriere keinesfalls der Staatsopern "opfern" zu wollen.

Mittlerweile gilt es als ganz normal, dass Pultstars mehrere Leitungspositionen zugleich besetzen. Bei Welser-Möst zeigte man sich zu seinem Amtsantritt vor vier Jahren sogar erfreut, dass er neben Wien "nur" noch Chef des Cleveland Orchestra war, ansonsten aber auf Gastspiele verzichte -was sich nicht ganz bewahrheiten sollte.

Als Meyer und sein "General" berufen und von der damaligen Ministerin Claudia Schmied als "Idealkonstellation" gefeiert

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