Der Spaßgeselle

Fritz Jergitsch betreibt die Tagespresse, die beste Satireseite des Landes. Zu Besuch bei einem Internet-Star

Medien | PORTRÄT: BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

Ein Gemeindebau nahe dem Wiener Handelskai, vorn rauscht der Verkehr, dahinter die Donau. Oben im sechsten Stock klappt Fritz Jergitsch, 23 Jahre, Jungengesicht, den Laptop auf seinem Esstisch auf und plant einen weiteren politischen Anschlag auf die Regierung. Vor ihm eine Packung Frühstücksflocken, im Hintergrund läuft klassische Musik.

Auf dem Laptop-Bildschirm erscheint Werner Faymann, auf dem Foto ballt der SPÖ-Chef beide Fäuste hinterm Rednerpult -ein staatstragendes Bild vom Treffen der Europäischen Sozialdemokraten in Rom. Ein paar Mausbewegungen später trägt Faymann, Bundeskanzler der Republik Österreich, eine blonde, lange Damenfrisur. Der Staatsmann sieht jetzt ziemlich dämlich aus.

Noch wenige Minuten, dann wird Jergitsch das Bild ins weltweite Netz werfen. Es ist knapp nach zehn Uhr, die richtige Zeit. Jergitsch weiß: Menschen kehren gerade gelangweilt von ihren Sitzungen in ihr Büro zurück und brauchen kurz Ablenkung. Studenten erwachen in ihren Betten und tasten


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