Heidi List Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Verschaukelt

Falter & Meinung | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

In München kann man jetzt wegen Sex auf einer Schaukel die Wohnung verlieren.

Ein schwuler Mann hat in seiner Wohnung mit seinen Liebhabern auf einem alten Schaukelgestell mit Ketten gespielt, fast jede Nacht, oft bis drei Uhr in der Früh. Die Nachbarn liefen Amok, ihm wurde die Wohnung dann gekündigt. Die Geräusche entsprächen nämlich nicht mehr dem normalen Mietgebrauch. Es habe sich um quietschende Geräusche und Lärm durch Fallenlassen und Schieben von Gegenständen gehandelt. Die Liebesspiele der Männer hätten immer wieder in langanhaltende sexuelle, sportliche und quietschende Geräusche gemündet.

Aha. Was haben die da gemacht? Was sind denn sportliche Geräusche? Das Knacken von Gelenken? So Thomas-Muster-Uffs? Hat nur die Schaukel gequietscht oder die Männer auch? Was haben die fallengelassen und geschoben?

Darüber schreibt ja dann kein Schwein. Und Geräusche des normalen Mietgebrauches? Watschen? Mich wundert gerade, dass wir trotz der Kaffeemühle aus den 1950er-Jahren noch hier wohnen.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige