Neue Bücher Dramaturgie &Homöopathie

Feuilleton | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

Peter Handke und das Theater, das ist eine der produktivsten Beziehungskrisen der jüngeren Theatergeschichte. Von den frühen Sprechstücken ("Publikumsbeschimpfung") zu den späten epischen Dramen ("Immer noch Sturm") waren und sind Handkes Texte für das Theater stets auch Zumutungen, als Dramatiker hat der Autor selbst sich nie verstanden. Trotzdem liegt ein dramatisches Werk vor, das seinesgleichen sucht. Thomas Oberender, Intendant der Berliner Festspiele, führte mit Handke vier "Gespräche über 50 Jahre Schreiben fürs Theater", in denen die beiden das weite Feld der Handke'schen Dramatik durchmessen, wenn der Dichter nicht gerade von wichtigeren Dingen ("Ein Zitronenfalter ist gerade vorbeigeflogen!") abgelenkt wird. Dass die beiden Herren einander anscheinend gut verstanden haben, macht ihren Dialog streckenweise zwar etwas hermetisch, für Fans und Forscher aber ist das Buch eine munter sprudelnde Quelle. WK

Peter Handke/ Thomas Oberender: Nebeneingang oder Haupteingang? Suhrkamp,


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