Vor 20 Jahren im Falter Wie wir wurden, was wir waren

Zehn Gebote

Falter & Meinung | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

Der Republik ging das Geld für die Universitätsreform aus; Werner Vogt empfahl zur Gedächtnisauffrischung für politische Ziele versus neoliberales Denken das Buch von Heinz Fischer: "Die Kreisky Jahre 1977-1983", Löcker-Verlag. "Das Buch ist interessant, leider nicht aufschlussreich."

Helmut Zilk feierte zehnjähriges Regierungsjubiläum. Bald, im November, würde er abtreten. Peter Pelinka gab in seinem Kommentar einen Dialog wieder, den er bei der Feier belauscht hatte. "Na, aber diese Amerikanisierung, die ist doch nix Wertfreies", sagt der eine. "Der Zilk reitet doch auf der Welle genauso wie der Haider.""Aber doch mit ganz anderen Zielen", entgegnete der andere. "Nie mit solchen faschistoid-antiparlamentarischen Untertönen. Denk doch nur an das Hrdlicka-Denkmal, über das man ästhetisch streiten kann. Inhaltlich war das eine wesentliche Auseinandersetzung, für die der Zilk sogar gegen den Dichand auf die Barrikaden gestiegen ist." Sogar!

Apropos Haider: Der Autor dieser Zeilen sah sich veranlasst, in seinem Kommentar zehn Gebote für den Umgang mit Haider aufzustellen. Kurz zusammengefasst, du sollst:

1. Haider nicht dämonisieren.

2. ...dich nicht in seinen Diskurs verstricken lassen.

3. ...nicht auf seinen metapolitischen Schmäh hereinfallen.

4. ...seine beiden Tricks, die Anspielung und die Schmähung, durchschauen (mit denen er den NS-Diskurs evoziert, aber nicht führt).

5. ...den Unterschied zwischen rechtsradikal und nationalsozialistisch kennen.

6. ...Haider nicht die Themen vorgeben lassen.

7. ...nicht zu ihm, gar mit ihm, in Besserungsabsicht sprechen.

8. ...seine Distanzierungen als weitere Provokationen durchschauen.

9. ...ihn nicht zwanghaft entlarven.

10. ...den Sinn seiner Blasphemien erkennen. - Alles Schnee von gestern, alle haben es beherzigt, aus der FPÖ wurde wieder eine Kleinpartei. AT


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