Liebe ohne Grenzen: Die Wienwoche sagt Yeah! zur migrantischen Kopulation

Feuilleton | VORSCHAU: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

Die FPÖ reagierte prompt: Auf die Ankündigung des "Wiener Kopulationsring-Balls", mit dem das diesjährige Kulturfestival Wienwoche am 12. September im Aux Gazelles eröffnet wird, ätzte der Blaue Gerald Ebinger über den "geheimen Wunsch der Grünen, einmal selbst einen Ball zu veranstalten", anstatt "mit teils gewaltbereiten Gegendemonstranten mitzumarschieren". Die Ballveranstalter "Perverse Initiative", die aus dem Umfeld der Rosa Lila Villa kommen, verstehen das Event als antifaschistische Antwort auf den "Akademikerball" der Burschenschafter.

"Es wird immer wieder versucht, uns durch parteipolitische Zuordnung zu diskreditieren, dabei sind wir komplett unabhängig und geben bereits existierenden Initiativen eine Plattform", sagt die Künstlerin Petja Dimitrova, eine der drei Kuratorinnen. Das Thema Migration steht im Mittelpunkt der kostenlosen Lesungen, Performances, Konzerte, Filmscreenings und Aktionen, deren Inhalte oft "gegenhegemonial und ungemütlich" sind.

Das Motto "Migrazija-yeah-yeah " klingt verheißungsvoll balkanisch und soll "das Lustvolle und eine trotzige Freude" ausdrücken. Von der Stadt Wien mit 453.000 Euro gesponsert, wurden 14 Projekte von Kulturinitiativen ausgewählt. Da laden etwa zwölf junge Hip-Hop-Musikerinnen namens Bad Weibz zur gesanglich garnierten Bim-Fahrt mit anschließendem Konzert in der Szene Wien, während bei der "Migrationale" auf dem Brunnenmarkt eine Tauschbörse für Dienstleistungen abgehalten wird. Der Verein "Goldenes Wiener Herz" stellt Bettler an, die kritisch über Armut und Bettelverbot informieren. Ein zentraler, aber selten behandelter Migrationsgrund: die Liebe. Mit einer symbolischen Massenhochzeit samt Bankett feiert das Event "Love Migration" grenzenlose Verbindungen und gibt bei einem Speed-Dating Infos über Vereine, die sich für binationale Paare einsetzen.

12. bis 28.9. an diversen Wiener Schauplätzen. Information: www.wienwoche.org


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