Stadtrand Urbanismuskolumne

Bitte alle einsteigen, Bus fährt ab!

Stadtleben | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

Wer jemals einen Hund hatte, der weiß, dass Leinen kein Spaß sind. Sie haben etwas Einschränkendes, Demütigendes ;egal, an welcher Seite dieser künstlichen Nabelschnur man hängt. Wenn ein Hund folgt, dann ist eine Leine völlig überflüssig -diese Meinung vertrat die Autorin dieser Zeilen. Bislang. Neulich wurde sie eines Besseren belehrt: Leinen in der Stadt machen Sinn!

Bei der 13A-Station Neubaugasse hatte sich bereits eine Menschentraube gesammelt. Inmitten der Wartenden: ein älterer Herr mit einem um die weißbraun gescheckte Körpermitte leicht rundlichen Jack-Russell-Terrier. Bei kleineren Hunden verzichten die meisten ja ohnehin auf Beißkorb und Leine, vor allem ältere Leute. Da traut sich dann auch keiner, etwas dagegen zu sagen. Jedenfalls: Die Tür geht auf, die Leute steigen aus und ein, der kleine Hund springt rein, die Tür geht zu, der Bus fährt los -und Herrchen steht mit verdutzt-verzweifeltem Gesicht draußen an der Haltestelle. Zu langsam. Blöd halt, dass man einem Hund nicht nachbrüllen kann, bei der nächsten Station auszusteigen.


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