Banks macht leise Musik, die ihre Wirkung erst laut gehört entfaltet

Feuilleton | MUSIKKRITIK: GERHARD STÖGER | aus FALTER 37/14 vom 10.09.2014

Es wird kein gutes Ende nehmen, das machen schon die ersten Worte klar. "Something so warm /Turned out to be /Something I shoulda know /Would be the death of me", singt die junge Frau mit der eindringlichen Stimme da.

Doch es sei okay, wenn es weh tut, heißt es eine knappe Stunde später am Ende dieses Debüts, das den ganz unbescheidenen Titel "Goddess" trägt. Es zählt zu den meisterwarteten Popalben des Jahres, reichten einige Songs im Vorfeld doch aus, um die junge Frau namens Banks zum neuen Star zu machen.

Sie kommt aus Los Angeles, ist 26 Jahre alt und heißt eigentlich Jillian Banks, aber den Vornamen hat sie abgelegt. "Jillian Banks" klingt nach Singer/Songwriterin, "Banks" nach Hip-Hop und Elektronik. Wahr ist beides: Banks kommt vom klassischen Liederschreiben, das Klavierspiel hat sie sich als Teenager selbst beigebracht.

Als sie vor zwei Jahren erste Lieder ins Internet stellte, gesellte sich noch langsam-atmosphärische elektronische Musik zu Klavier und Gesang, und Banks avancierte zur Balladensängerin mit dem Hipster-Gütesiegel. Der Plattenvertrag bei einem großen Label war bald fixiert; 2013 landete ein Lied auch gleich im Werbespot eines prominenten Dessous-Fabrikanten.

An "Goddess" waren viele Produzentenköche beteiligt. Den Brei verderben sie nicht, kochen sie doch auch nach recht ähnlichen Rezepten. Die Lieder handeln von großen Gefühlen, wobei Banks weniger Geschichten erzählt, als dass sie Stimmungsbilder schafft. Sie steht für leise Töne, ist aber keine Kuschelsoundtracklieferantin. Nebenbei gehört, wird "Goddess" schnell ein wenig fad, bei passender Lautstärke sieht die Sache aber gleich anders aus.


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