Rot wie Blut: über die Sozialdemokraten im Ersten Weltkrieg

Politik | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Im Jahr 1907 berieten Europas Sozialdemokraten noch auf dem Internationalen Sozialistenkongress in Stuttgart, wie man einen bevorstehenden Krieg verhindern könnte. Das Treffen blieb erfolglos. Als 1914 das Massentöten begonnen hatte, lagen viele Sozialdemokraten bereits im Kriegsfieber. Österreichische Rote schossen auf ihre französischen und britischen Genossen; die Internationale wurde im großen Krieg zertrümmert.

Und doch wuchs im Lauf des gegenseitigen Abschlachtens die Zahl der Kriegsgegner innerhalb der Sozialdemokratie. In Deutschland spalteten sich linke Pazifisten von der SPD ab. In Österreich positionierten sich Sozialdemokraten gegen die Kriegsparteien. Friedrich Adler, dessen Vater Victor die Sozialdemokratische Arbeiterpartei begründet hatte, erschoss 1916 den österreichischen Ministerpräsidenten Karl Stürgkh -einen adeligen Grundherren und Kriegstreiber.

Anlässlich des Gedenkjahres zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs vor 100 Jahren beleuchtet "Das Rote Wien im Wiener Waschsalon Karl-Marx-Hof" die Rolle der Sozialdemokraten im Ersten Weltkrieg.

Die Sonderausstellung "Die Sozialdemokratie zieht in den Krieg" ist bis 26. April 2015 im Waschsalon Karl-Marx-Hof, 1190 Wien, zu sehen


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