Zeit am Schirm

TV-Kolumne

Medien | MATTHIAS DUSINI | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Sieben Jahre, sieben Staffeln "Mad Men". Über kaum ein TV-Epos wurde so viel gesprochen und geschrieben wie über die Geschichte einer New Yorker Werbeagentur in den 1960er-Jahren. Beim Betrachten des Finales bemerke ich, dass etwas nicht mehr stimmt. Die Kulissen wirken billig wie in einem Kasperletheater, die Figuren hölzern wie die einer Telenovela. Die Texterinnen stehen in Büros herum und sondern Sprechblasen über das nicht sonderlich spannende Geschäft einer Werbeagentur ab. Zu Hause beschäftigen sie sich mit Beziehungskram und den schulischen Problemen ihrer inzwischen fast erwachsenen Kinder.

Wo ist der stoische Charme des Hauptdarstellers hin verflogen, welche Zuseherin konnte jemals der unterkühlten Erotik seiner Exgattin verfallen? Und dieses nervige Kippen von Drinks bei den morgendlichen Besprechungen: Jede vernünftige Regisseurin würde das aus dem Drehbuch streichen. Dieses verflixte siebente Jahr. F


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