Kommentar Burgtheater

Wer wird Burgdirektor? News aus der Kantinengerüchteküche

Falter & Meinung | WOLFGANG KRALICEK | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Exklusiv ist in News schnell einmal was. Manche Story aber hat das Magazin tatsächlich allein: Am 15. März etwa meldete News, Hermann Beil werde interimistischer Direktor des Burgtheaters. Vier Tage später wurde Karin Bergmann berufen.

Trotzdem hat News-Kulturchef Heinz Sichrovsky es vorige Woche wieder geschafft, das deutschsprachige Feuilleton nervös werden zu lassen. Die mit der Burgtheaterdirektorensuche befasste Findungskommission habe die sechs infrage kommenden Kandidaten angehört, behauptete Sichrovsky. Es handle sich um Frank Baumbauer, Karin Bergmann, Ulrich Khuon, Martin Kušej, Wilfried Schulz und Michael Thalheimer.

Die ersten Dementi erfolgten postwendend. Baumbauer bestätigte zwar, kontaktiert worden zu sein. Er habe jedoch abgesagt. Und Kušej schloss einen Wechsel an die Burg "definitiv" aus -ohne allerdings dazuzusagen, warum er seinen Vertrag am Münchner Residenztheater noch immer nicht über 2016 hinaus verlängert hat.

Zumindest zu 33 Prozent ist die News-Meldung also falsch, und der Rest ist auch mit Vorsicht zu genießen. Khuon (Berlin) und Schulz (Dresden) müssten vorzeitig aus ihren laufenden Verträgen aussteigen, Thalheimer war noch nie Intendant.

Der News-Artikel basierte anscheinend auf unüberprüften Kantinengerüchten. Zumindest indirekt hat er aber doch eine Erkenntnis gebracht: Es gibt Kandidaten, die man nur kriegt, wenn sie keine Gegner haben. Baumbauer erklärte, sich in keinen Wettbewerb begeben zu wollen. Und Kušej möchte offenbar vermeiden, dass es ihm so geht wie letztes Mal, als er das Rennen gegen Matthias Hartmann verlor, ohne sich je um die Burg beworben zu haben. F


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