Doris Knecht Selbstversuch

Man hat natürlich auch viel um die Ohren

Falter & Meinung | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Eine pharmakologisch versierte Freundin gratulierte mir zum Abbruch des Leben-ohne-Kaffee-Experiments. Kaffee nämlich habe, das hätten Studien erwiesen, sehr positive medizinische Implikationen: Schwarzer Kaffee auf nüchternen Magen sei nämlich offenbar in der Lage, vor Alzheimer zu schützen.

Das ist gut, kommt aber möglicherweise zu spät. Vor ein paar Tagen entdeckte ich handschriftliche Aufzeichnungen, in denen eine künftige Romanfigur namens Claudine ganz ausführlich skizziert und auch bereits in Versuchsdialoge und eine recht deftige amouröse Szene eingebaut worden war, über viele Notizbuchseiten hinweg wurde Claudine ausführlich beschrieben, gab es Ideen zu und Wortspenden von Claudine.

Was mich, während ich das las, etwas überraschte, da ich mich an eine Claudine und ihre Geschichte überhaupt nicht mehr erinnern konnte, und hätte mich irgendjemand auf Claudine angesprochen, hätte ich ihre fiktive Existenz rundheraus abgestritten, niemals, hätte ich gerufen, gab's bei

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