Kabarett Kritik

Jö schau: Was macht a Nackerter im Kabarett?

Lexikon | Peter Blau | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Am Land unterscheidet man nur zwischen denen, die man kennt, und allen anderen: Fremden. "Ich habe als Kind gar nicht gewusst", erinnert sich Michael Eibensteiner, "dass es überhaupt so etwas gibt wie Menschen kennenlernen." Ein Umzug in einen Nachbarort macht seine Familie prompt zu argwöhnisch beäugten Fremden. Vermutlich Türken. Wegen der vielen Kinder. Dieses Szenario spinnt der "chronische Newcomer" in seinem sechsten Solo "Nacktaffe" zu einer differenzierten Groteske über den Unterschied zwischen rassistischen Ressentiments und dem legitimen Herausstreichen ethnischer Eigenheiten fort. Eibensteiner bezieht Stellung - und exponiert sich auf amüsante Weise. Dass andere Programmteile noch Straffung vertragen, ist verschmerzbar.

Theater am Alsergrund, Sa 19.30


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