Im Kellerstüberl zur guten Laune

Machos, Masos, Kellernazis: Mit seinem jüngsten Film "Im Keller" ist Feel-bad-Movie-Maker Ulrich Seidl härter, tiefer und lustiger als je zuvor

Feuilleton | GUTACHTEN: MICHAELO MASTA & KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014


Foto: Stadtkino Filmverleih

Foto: Stadtkino Filmverleih

Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren!“ Wenn sich im österreichischen Film die Garagentore heben und senken, bedeutet das selten was Gutes. Schon in Michael Hanekes Kinofilmdebüt „Der siebente Kontinent“ (1989) öffnen und schließen sich die Garagen äußerst unheilschwanger; keine Frage: Die, die hier wohnen, sind dem Untergang geweiht, und tatsächlich liegt am Ende die vierköpfige Familie tot in der Wohnung, während die Kamera auf den vielsagend verrauschten Bildschirm des Fernsehgeräts zoomt.

Auch in „Michael“, dem beklemmenden und souveränen Spielfilmdebüt von Markus Schleinzer, der davor als Casting-Director für so gut wie jeden österreichischen Filmeregisseur gearbeitet hatte (u.a. auch für Michael Haneke und Ulrich Seidl), fungiert die Garage als Vorhof zur Hölle, in die der pädophile Titelheld durch eine schallgedämpfte Tür über eine Treppe zu seinem Opfer hinabsteigt. Dem gelingt am Ende nach einem tödlichen Unfall seines Peinigers immerhin die Flucht.


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