Echt fett

Diese Woche geht es los: Mit dem Theaterfest startet das Schauspielhaus Graz in die neue Saison

Lexikon | Tiz Schaffer | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Ganz genau am 20.9. um 15.45 Uhr beginnt das Schauspielhaus die neue Spielzeit, und zwar mit dem traditionellen Theaterfest. Dem heurigen Spielzeitmotto "Perspektivenwechsel! Von oben nach unten - von unten nach oben" folgend, werden nicht nur alle Bühnen bespielt, sondern, so wird verlautbart, auch in jeder Ecke wird gespielt, geprobt, gesungen und gelesen.

Letzteres macht etwa der bekannte deutsche Schauspieler Udo Samel. Lustig dürfte die Requisitenversteigerung mit karitativem Hintergrund werden, noch lustiger "Die Kunst des Trinkens" - dafür werden die Ensemblemitglieder Steffi Krautz und Franz Solar verantwortlich sein und sich mit Wienerliedern umränken. Aber am ärgsten: Zwei weitere Schauspielerinnen des Hauses, Katharina Klar und Birgit Stöger, geben Einblick in ihre Teenagertagebücher. Und als ob das nicht der Gipfel der Intimität wäre, darf man an diesem Tag den Betriebsdirektor, den technischen Leiter und die Chefdramaturgin alles fragen, was man immer schon wissen wollte. Also bereiten Sie sich gut vor, oft fallen einem spontan ja gar keine boshaften Fragen ein.

Aber natürlich wird nicht nur Schabernack getrieben, ein wichtiger Programmpunkt ist die Preview 2014/15: In einem Dauerfeuer werden Appetithäppchen anstehender Produktionen gereicht, sprich: Auszüge gezeigt. Gerade in den kommenden Wochen wird man geballt Premieren sehen können, insgesamt sieben - echt fett.

Es ist ja bekannterweise die letzte Saison von Schauspielhaus-Intendantin Anna Badora, sie hat es sich nicht nehmen lassen, die Eröffnungsinszenierung zu übernehmen. Es handelt sich um die österreichische Erstaufführung von "Die Götter weinen", ein Stück des britischen Dramatikers Dennis Kelly, in dem abermals Udo Samel in Erscheinung treten wird: Er gibt einen Firmenmogul, der sich aus seinem Konzern zurückzuzieht, damit aber einen weltweiten Krieg auslöst (Do, 19.30 Uhr, Premiere). In zeitlicher Reichweite liegt eine weitere österreichische Erstaufführung: Christine Eder setzt "Wir sind keine Barbaren!" in Szene. Das Stück des deutschen Autors Philipp Löhle wird als "pointenreiche Komödie und beklemmendes Wutbürgerspiel" angetragen, das sich mit unseren Ängsten vor dem Fremden auseinandersetzt (28.9., 20 Uhr, Premiere). Mit etwas Verspätung wird dann einer steirischen Dramatikerlegende gehuldigt: Vor mehr als einem halben Jahr wurde der 20. Todestag von Werner Schwab begangen, nun ist "Die Präsidentinnen" zu sehen, sein beliebtes "Fäkaliendrama" (3.10., 19.30 Uhr, Premiere).

Schauspielhaus Graz, Sa, 15.45


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige