Geile Welt

Der amtierende Retzhofer-Dramapreis-Träger Ferdinand Schmalz wurde von Theater Heute zum Nachwuchsautor des Jahres erklärt

Steiermark | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

die welt ist alles, was der unfall ist." Steht ganz zu Beginn des Dramas "Dosenfleisch". Und darunter "ludwig wittgenstein". Unfälle dieser Art, in dem Fall das Ramponieren eines bekannten Zitats, sind Programm in den Stücken des jungen Dramatikers Ferdinand Schmalz. Und es ist auch kein Zufall, dass er sich auf den großen österreichischen Sprachdenker bezieht. Bei Schmalz fallen Welt und Sprache zusammen. Sie sind eine Mördergrube, in die die Wörter stolpern, um kunstvoll verwirrt wieder aufzuerstehen. Seine Figuren legt er als Sprachrohre ihrer eigenen sperrigen Innerlichkeit an. In rhythmisch ausgefeilten Sätzen stolpern sie vom Wortsinn zum Unsinn und wieder retour. Damit hat der 1985 in Graz geborene Autor die Literatur nicht neu erdacht - auch bei Jelinek und Schwab funktioniert das assoziationsreiche Ver-und Zersprechen von Sinneinheiten ähnlich. Aber er hat mit seiner humorvollen, hochmusikalischen Variante österreichischer Sprachkunst einen Nerv getroffen.

Nachdem Schmalz


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