DAS ENDE EINER ÄRA

Der Videodienst Netflix startet in Österreich und wirft die Frage auf: Wofür brauchen wir die anderen TV-Sender noch?

BERICHT: INGRID BRODNIG | Medien | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014


Bernd Hoidin und Rene Rummel von Netflix (v.l.n.r.) (Foto: EPA/Bernd von Jutrczenka)

Bernd Hoidin und Rene Rummel von Netflix (v.l.n.r.) (Foto: EPA/Bernd von Jutrczenka)

Es ist paradox: Mitten im Zimmer steht ein großer Flachbildfernseher, und doch sagt Melinda Borzsak, 27: „Ich habe kein Fernsehen mehr.“ Borzsak meint damit: Sie hat kein herkömmliches Fernsehen mehr, keine Kanäle wie ORF 1, Pro 7 oder ZDF.

Stattdessen schaut sie nur noch über das Internet fern. Die selbstständige Social-Media-Beraterin wohnt in Wien-Hernals und ist Vorbotin des medialen Wandels. Wenn sie zu Mittag zu Hause isst, laufen am Fernseher britische Kochsendungen. Hat sie auswärts Termine mit Kunden und Zeit zum Totschlagen, schaut sie auf dem iPad kurze Dokus an. „Das sind perfekte Pausenfüller“, sagt sie, „wenn ich 20 Minuten Zeit habe, suche ich mir schnell eine Folge.“ In ihrem Fernsehalltag gibt es keine TV-Zeitschriften und keine fixen Senderzeiten mehr, kein Diktat von Uhrzeiten wie 19.30 oder 20.15 Uhr.

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