Kommentar Menschenrechte

Steinhof: Das Vertuschen muss ein Ende haben

Falter & Meinung | MARTIN LADSTÄTTER | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Der Wiener Krankenanstaltenverbund ließ die Misshandlungen behinderter Kinder im Pavillon 15 des Otto-Wagner-Spitals überprüfen (siehe Seite 14). Eine quasi stadtinterne Arbeitsgruppe fand "keine Hinweise auf vorsätzliche, strafrechtlich zu ahndende Behandlung. Das Verhalten der MitarbeiterInnen entsprach den in den 1960ern bis 1980ern üblichen Betreuungs-und Behandlungsmethoden." Diese Begründung ist unglaublich und falsch.

Es war in den 1970er-und 1980er-Jahren international keineswegs mehr fachlicher Standard, behinderte Menschen mit Gewalt zu behandeln. Mit der gleichen Argumentation könnte man auch die durch den NS-Arzt Heinrich Gross angeordneten Tötungen -nochmals 30 Jahre früher im gleichen Gebäude -rechtfertigen.

Um welche Vorwürfe geht es? Im Falter erzählte eine ehemalige Mitarbeiterin "von behinderten Kindern, die mit Strumpfhosen und Leintüchern zu kompakten Bündeln verschnürt werden, und von anderen, die über Jahre hinweg tagein, tagaus in ihren Netzbetten liegen,


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