Mediaforschung Verführungskolumne

Warum soll Superstar Alaba der neue Ivica Vastic sein?

Medien | BENEDIKT NARODOSLAWSKY | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Die Gratiszeitung Heute feierte ihr 10-Jahre-Jubiläum, noch immer kleben die Plakate in der ganzen Stadt: "Heute bringt Sport seit zehn Jahren auf den ." Darüber ein großer fetter Name: "Ivica Alaba".

Es ist klar, welche beiden Nationalteamkicker hier gemeint sind: Ivica Vastic, gestern einer der stärksten Spieler in Österreich. Und David Alaba, heute einer der stärksten Spieler der Welt. Wo liegt die Gemeinsamkeit, die Heute hier auf den Punkt bringen will? Spielstil? Nein. Verein? Nein. Persönlichkeit? Nein. Erfolge? Nein. Vastic gewann einmal mit Sturm Graz eine Champions-League-Gruppenphase. Alaba mit Bayern München die ganze Champions League.

Klar, Vastic war ein fantastischer Fußballer. Aber bei aller Liebe: Alaba spielt in einer anderen Liga. Wäre nicht der Vergleich mit Andreas Herzog treffender? Beide Nationalteam-Rekordspieler (Alaba jüngster, Herzog meistdienender). Beide Helden in Deutschland. Beide Linksfüße. Beide bei Bayern München. Beide kennen sich gut - bereits 2009 lobte Herzog als U21-Teamtrainer seinen Schützling Alaba als "größtes heimisches Talent". Warum steht also nicht Andreas Alaba auf dem Plakat?

Was Heute mit "Ivica Alaba" auf den Punkt bringen will, ist: Beide aus der Fremde kommenden Fußballer haben sich brav in Österreich integriert. Das Blöde ist nur: Vastic ist gebürtiger Kroate, Alaba gebürtiger Österreicher. Vastic spricht noch mit kroatischem Akzent, Alaba breites Wienerisch.

Aber Alaba ist schwarz. Und im Boulevard sind Österreicher weiß.


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