Seinesgleichen geschieht Der Kommentar des Herausgebers

Schweden, Europa und wir -Neues vom postdemokratischen Dilemma

Falter & Meinung | VON ARMIN THURNHER | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Schweden ist auch nur so ein Land. Für Österreich aber nicht. Für uns war es war das Land, in dem viele Menschen Exil fanden, die später in Österreichs Politik eine wichtige Rolle spielten, von Bruno Kreisky bis Margit Fischer. Schweden war immer das sozialdemokratische Musterland, dessen Leistungen in Bildung, Wohlfahrt und Industrie der kleine Alpenstaat bestrebt war, nachzuahmen. Für Menschen meines Jahrgangs war Schweden seines Wohlstands wegen ein Traumort für Sommerjobs.

Man verdiente dort gut genug, um sich einige Zeit über die Runden zu bringen. Manche als Leichenwäscher, an Hochöfen oder - wie der Autor - als Geschirrträger in Restaurants. Die Freizügigkeit der schwedischen Bevölkerung war ein weiteres Motiv für die Beliebtheit des Landes; sie wog jede Bevormundung auf. Alkohol war streng reguliert, Porno liberalisiert. Saab war das Kultauto. In manchen österreichischen Bahnhöfen sollen Heranwachsende in den 1960er Jahren Züge mit einfahrender schwedischer Jugend


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