Punkti, Punkti, Strichi, Strichi, Vogel, Frau und Mondgesichti

Die Albertina widmet dem Kinderzimmersurrealisten Joan Miró eine große Schau. Welche Kurzweil!

Feuilleton | HOMMAGE: KLAUS NÜCHTERN | aus FALTER 38/14 vom 17.09.2014

Jedes Schulkind kann einen Mondrian malen. Für einen Miró braucht es nicht einmal ein Lineal. Das ist nicht abschätzig gemeint, sondern hat unmittelbar mit der Faszination zu tun, die vom Werk des katalanischen Malers auch drei Jahrzehnte nach dessen Tod noch ausgeht: Wer je was mit Zeichnen am Hut hatte, weiß um die tiefe Befriedigung, die davon ausgeht, wenn man ein paar sich kreuzende Linien zu Papier bringt und die entstandenen Felder bunt ausmalt.

Für dergleichen Kastelauspinslerei war sich Joan Miró (sprich: Schuán, weil: Katalanisch!) nie zu schade, hat sie stattdessen zu seinem Markenzeichen gemacht. In zwei extremen Querformaten von 1964 bzw. 1965 (beide schlicht als "Painting" betitelt und dem Enkel David Fernández Miró gewidmet) wirkt das blau-rot-schwarzgrüne Gewürfel, das Ende der 1930er-Jahre entwickelt und dann für Jahrzehnte beibehalten wurde, ein bisschen wie "Miró nach Vorschrift".

Wesentlich überzeugender ist das berühmte "Message from a Friend" (1964), eine


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