Jeder so, wie er mag

Vergessen Sie den Wald: Auch auf dem Balkon kann man Speisepilze züchten

Stadtleben | GARTENSCHAU: JULIA KOSPACH | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Unter Pilzsammlern ist es halt so: Wer einen guten Schwammerlplatz kennt, verrät ihn auch unter Androhung von Folter nicht. Daher nur so viel: Es gibt derzeit Parasole. Jede Menge. Beste Qualität. Im Wiener Wald. Noch innerhalb der Wiener Stadtgrenzen.

Die Verfasserin dieser Zeilen hat sie alle stehengelassen. Nicht aus feiner Zurückhaltung oder pilzbestimmerischer Unsicherheit. Sondern weil sie leider schon einmal Opfer einer -nicht selbst verschuldeten -Pilzvergiftung war. Das damit verbundene Trauma erschwert seither den Genuss selbst gesammelter Waldpilze beträchtlich.

Für diesen Schmerz gibt es eine Lösung. Sie heißt: eigene Mini-Pilzzucht. Die Zielgruppe dafür dürfte sich weniger aus dem schmalen Segment der vergifteten Ex-Schwammerlsucherinnen rekrutieren als aus dem großen Heer derer, die einen Herrenpilz nicht von einem Schopf-Tintling unterscheiden können und sowieso zu madig sind, sich ihre Schwammerln selbst im Wald zusammenzusuchen, aber trotzdem für ihr Leben gern


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