Warum denken traurig macht

Mit gebührendem Witz und ohne Schmalz gedachte ein Symposium des Dandys Konrad Bayer (1932-1964)

Feuilleton | BERICHT: DANIELA STRIGL | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Friedrich Achleitner muss es einmal mehr erwähnen, denn die Germanisten ignorieren es hartnäckig: dass die "Wiener Gruppe" erst im Nachhinein getauft wurde, so um 1960, als ein literarisches Cabaret in Bern geplant war und man einen Namen fürs Plakat brauchte.

Im kunsthaus muerz wie im Neuberger Gasthof Holzer haben die Zusammenkünfte auf den Spuren von Österreichs prominentester Avantgarde Tradition. Auch diese, in memoriam Konrad Bayer, der sich vor 50 Jahren das Leben nahm, war bei aller Anekdotenseligkeit kein Veteranentreffen, sondern eine geglückte Mixtur von Symposion und Literaturfest, von im besten Sinne dilettantischer Darbietung (Hardcore-Fans der Konrad Bayer Gesellschaft lasen höchst gewitzt aus dem Werk), studentischer Forschung, gestandener Germanistik, Kino (mit Filmen von Peter Kubelka und Ferry Radax) und den Auftritten echter lebender Dichterinnen -Ann Cotten, Gundi Feyrer und Lisa Spalt.

Von den Überlebenden war Gerhard Rühm nicht erschienen, dafür Oswald Wiener,


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