Menschen

Merci, Chérie

Falters Zoo | NICOLE SCHÖNDORFER CHRISTOPHER WURMDOBLER | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Netflix ist da. Sie wissen schon, das Fernsehen der neuen Generation, mit dem man tolle amerikanische Serien ganz legal schauen kann (siehe auch Seite 25). Weil der Onlinevideodienst seinen Start in Deutschland unter anderem mit Stars wie "Crazy Eyes" Uzo Aduba oder Taylor Schilling ("Orange is the New Black") ganz groß gefeiert hat, waren die Erwartungen an die Wiener Netflix-Party von Netflix-Gründer Reed Hastings auf dem Badeschiff entsprechend hoch, was die Promis betrifft. Und wir wurden bitter enttäuscht. ORF-General Alexander Wrabetz schaute kurz bei der - wenn man den Expertinnen glauben darf: ernstzunehmenden -Konkurrenz vorbei. Aber Uschi Fellner? Na, merci, chérie! Wir wollen die tollen Leute aus den tollen Serien sehen!

In den Rinderhallen zog es, das Kreischen der Fans ging durch Mark und Bein. Als dann Pharrell Williams himself, Weltstar, Tausendsassa, Jungbrunnen, die minimalistische Bühne mit seinem feschen Background-Ensemble betrat, war es um alle geschehen. Ein Hit jagte den anderen. Gesungen wurde gar nicht einmal so viel, dafür jede Menge "Say whaaat"-Hip-Hop-R&B-Phrasen dazwischengedroschen. Gefolgt von nervösen Solos der Tänzerinnen (deren Namen dabei eingeblendet wurden), trug der 40-Jährige (!) eine Ode an die Frauen (!!) vor. Diese ging wohl auch an Gwen Stefani, die während eines Medleys von mitproduzierten und -geschriebenen Songs bei "Hollaback Girl" aus den Boxen schallte. Dann "Blurred Lines","Get Lucky" und natürlich "Happy". Dienst nach Vorschrift, alle glücklich, danke.

Happy war auch Vizebürgermeisterin Renate Brauner, die in der Volksgartenbanane (die, jajaja, jetzt "Säulenhalle" heißt) zehn Jahre Departure feierte. Elisabeth Noever-Ginthör, aktuelle Leiterin der städtischen Kreativwirtschaftsagentur, und ihre Vorgänger freuten sich, wie wahnsinnig kreativ die Stadt geworden ist, und dann wurden auch noch Kreativpreise verteilt. Beim diesjährigen City Hype ging es um "Ideen für die smarte Stadt", und gewonnen haben unter anderem die Paradocks-Macherinnen Margot Deerenberg, Veronika Kovacsova und Leonie Spitzer mit ihrem Projekt "Das Packhaus". 7000 Euro immerhin. Smart.

Im Gartenbaukino wurde das SlasherFilmfestival Slash eröffnet. Und zwar mit der Weltpremiere von Ulrich Seidls neuem Film "Im Keller". Wie meinte jemand frech in Social Media? Erst gruselt man sich über die typischen Seidlfilmfiguren, und dann applaudiert man den Darstellerinnen. Boboprobleme. Bisheriger Höhepunkt des Festivals war dann aber sowieso der alljährliche "Zombiewalk". Und wir freuen uns schon total auf Halloween. Und natürlich auf diese Slash-Woche. Helena Christensen, das Topmodel, hat es nicht in den verstörenden Film über ein Wiener Luxushotel geschafft, der dieser Tage die Runde macht und in dem Schauspielerin Michou Friesz eine bizarre Hotelbesucherin spielt (nein, fürs Slash-Festival hat's dann doch nicht gereicht). Dafür war Frau Christensen dann aber in der "Fashion Suite" von Popp &Kretschmer im Hotel Imperial zu Gast. Hätte man da nicht noch eine nette Netflix-Party steigen lassen können?


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