Kolumne Außenpolitik

Schottland: Was Europa aus dem Referendum lernen kann

Falter & Meinung | FRANZ KÖSSLER | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Rational gesehen ist es ein Glück, dass die Mehrheit der Schotten nicht für die Unabhängigkeit gestimmt hat: Europa beruht auf den nationalen Staaten und jede Zersplitterung wäre eine Schwächung. Mehr Autonomie innerhalb der bestehenden Grenzen scheint die beste Lösung zu sein. Emotional freilich fällt es einem schwer, nicht Sympathie für den linken, pro-europäischen Nationalismus der Schotten gegen die neoliberalen, europaskeptischen Konservativen in London zu empfinden. Die Entwicklung, die sie angestoßen haben, ist mit der Niederlage nicht beendet, im Gegenteil.

Das Ergebnis von 45 zu 55 Prozent für die Union ist eine klare Entscheidung. Die Zahlen enthalten aber auch Zündstoff. Großbritannien stehen große Umwälzungen bevor. Auch in Brüssel sollte die Erleichterung nicht über die Probleme hinwegtäuschen, die auf die EU aus mehreren Ländern zukommen, deren Integrationskraft immer schwächer wird.

Die emotionale Siegerin bleibt die bunte, jugendlich begeisterte Bewegung


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