Stadtrand Urbanismuskolumne

Du trinkst zu viel

Stadtleben | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Auf einem großen Schild vorm Lokal kündigt Burli' s Beisl im siebten Bezirk an, dass sie nun auch Spritzer-to-go verkaufen. Endlich schließt sich auch diese Marktlücke! War ja wirklich allerhöchste Zeit, dass wir nicht nur an unseren Bubbleteas, Halbliter-Kaffeebechern und Frappuccino-Decaf-Soy-Latte-to-go nuckeln, sondern auch den After-Work-Entspannungs-Alkohol im Gehen trinken können. Ist auch viel praktischer so, und man verliert keine Zeit mehr damit, sinnlos mit Freunden in Lokalen herumzusitzen. Die kann man ohnehin auch via Facebook, Whatsapp und Konsorten auf dem Laufenden halten. Geht ja viel schneller.

Und so ein Spritzer-to-go geht immer. Den kann man so ziemlich überall zischen: auf dem Weg ins Büro, zu einem Termin, in der Mittagspause, in den Öffis auf dem Heimweg. Perfekt. Kommt sicher auch bald als Hugo. Während in den USA die Hipster Sizzurp-to-go nuckeln (codeinhaltiger Hustensaft mit Limo), bleiben die Wiener halt lieber bei dem, was sie kennen: beim Alkohol. Ist gemütlicher und geselliger. Zumindest war's einmal so.


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