Wir müssen lernen

Die Stadt feiert ihre "Gratisnachhilfe", die Lehrer halten es für ein Wahlkampfzuckerl für Eltern. Wer hat recht?

Politik | BERICHT: NINA HORACZEK | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Kopiervorlagen in verschiedenen Sprachen, jede mit Bild und Unterschrift des Wiener Bürgermeisters versehen. "Das ist das Einzige, was ich zur Gratisnachhilfe bekommen habe", klagt die Volksschullehrerin einer zweiten Klasse im 15. Bezirk, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen will. "Man hat mir gesagt, dass es dienstrechtliche Konsequenzen für mich gibt, wenn ich die Gratisnachhilfe öffentlich kritisiere." Sie wisse bis heute weder, "wie diese Nachhilfe ablaufen soll, noch nach welchen Kriterien ein Schüler als förderungswürdig gilt".

Es war der Hit der SPÖ-Klausur im burgenländischen Rust, die vergangenen März stattfand. Mit der "Förderung 2.0" wollten Wiens Sozialdemokraten die Eltern für sich gewinnen. Schulerfolg soll keine Frage der sozialen Herkunft sein. Kein schlechtes Zuckerl für die vielen nachhilfegeplagten Eltern, und das auch noch ein Jahr vor der nächsten Wahl. Schließlich zahlen Erziehungsberechtigte derzeit für die private Schülerhilfe ihrer Kinder bis


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