Komm, lass mich nie mehr allein

In seinem Roman "Der Circle" treibt Dave Eggers die Transparenzgesellschaft auf die Spitze

Feuilleton | BUCHKONTROLLE: NICOLE SCHEYERER | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

In den Nachrichten konnte man unlängst von einem Schweizer Krankenhaus hören, dass Babys elektronische Fußfesseln verpasst, um sie vor Entführungen zu schützen. Und Frauenmagazine testen clevere Armbänder, sogenannte "Activity Tracker", die neben Kalorienverbrauch und täglicher Schrittanzahl auch die Qualität des Schlafes messen können. Schließlich überflog eine Mini-Drohne die abgeschirmte Baustelle der neuen Apple-Zentrale und lieferte erste Aufnahmen des ringförmigen Gebäudes.

Wie das Apple-Headquarter kann man sich auch den Firmencampus in Dave Eggers' Roman "Der Circle" vorstellen, auf dem die Biodaten aller Angestellten mittels Armband erhoben werden und dafür geworben wird, GPS-Sender in Kinderknochen zu implantieren. Das jetzt auch auf Deutsch erschienene Buch wurde als "1984 des digitalen Zeitalters" apostrophiert, als Dystopie einer totalitären Kontrollgesellschaft und Satire auf das Web 3.0 und Social Media gelesen. Die Qualität von Eggers' Werk liegt fraglos darin,


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