Nachgetragen Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Geldmangel: Aus für Essen auf Rädern und Prostituiertenberatung?

Politik | RUTH EISENREICH | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Wer pflegebedürftig ist und nicht mehr selbst kochen kann, der kann sich dank Förderungen des städtischen Fonds Soziales Wien (FSW) um wenige Euro pro Tag mit "Essen auf Rädern" versorgen lassen. Bisher jedenfalls. Denn die Volkshilfe, 2013 laut FSW mit 42 Prozent Marktanteil noch größter Lieferant von Essen auf Rädern, stellt diesen Service aus finanziellen Gründen mit Jahresende ein.

Man habe "Entwicklungen verschlafen", heißt es bei der Volkshilfe. Die Zahl der vom FSW geförderten Kunden ist von 6800 im Jahr 2010 auf nur 2300 im letzten Jahr zurückgegangen -wohl weil es immer mehr mobile Pflege und Heimhilfen und immer mehr günstige Lieferangebote von Supermärkten und Restaurants gebe, vermutet Iraides Franz vom FSW.

Die 920 verbliebenen Kunden des Volkshilfe-Angebots sollen ab nächstem Jahr von einem der beiden anderen Wiener Anbieter beliefert werden. Von welchem, ist aber noch unklar.

Nicht nur bei Essen auf Rädern hat die Volkshilfe Probleme: Die (spendenfinanzierte) Prostituiertenberatungsstelle "Sophie" sei "finanziell hochgefährdet", sagt Volkshilfe-Sprecherin Erika Bettstein.

Spendeninformationen zu Sophie: sophie.or.at/category/spenden


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