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Flucht, Migration und tote Blume: "Schneeglöckchen"

Lexikon | Stefan Kluger | aus FALTER 39/14 vom 24.09.2014

Als die drei Flüchtlinge ihre Schlepper bezahlen und mitten im winterlichen Wald die Reise zu Fuß fortsetzen, sind sie voller Hoffnung: die Armenierin Seda, ihre Tochter Armine und Yassir aus Somalia. Während die Mutter mit ihrem Kind nach Wien will, um ihren Mann wiederzufinden, ist das Ziel des Schwarzafrikaners Deutschland. Doch bis dorthin ist es von der grünen Grenze zwischen Ukraine und Slowakei noch ein langer Weg. Als Armine ihren Glücksbringer, eine Schneekugel, verliert, trifft die kleine Gruppe eine folgenschwere Entscheidung. Die scheinbar endlosen, schneebedeckten Wälder erzeugen ein Gefühl der Ausweglosigkeit. Bleiben die Flüchtlinge unentdeckt? Werden sie vor Einbruch der Nacht durch den Wald sein? Haben die Schlepper sie überhaupt in die richtige Richtung geschickt? Diese und ähnliche Fragen stellen sich dem Zuseher, während die Dialoge im 15-Minuten-Film "Schneeglöckchen" sich auf das Nötigste beschränken. Jenny Gands Kurzfilm über die Hoffnung auf ein besseres Leben will auf die manchmal nur schwer zu fassende Härte des Lebens aufmerksam machen. Ein schwieriges Thema, das hier ohne Rührseligkeiten behandelt wird.

Premiere im Haydn-Kino, Fr 19.15 (OmU)


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