Es gilt die Unschuldszumutung

Der Prozess Hartmann vs. Burgtheater wurde mit zwei Marathonverhandlungstagen fortgesetzt

Feuilleton | Gerichtsreportage: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Matthias Hartmanns letzte Inszenierung als Direktor des Burgtheaters hieß "Die letzten Zeugen". Derzeit ist Saal M des Wiener Arbeits- und Sozialgerichts Hartmanns Bühne. Vorige Woche waren dort die ersten Zeugen geladen.

Dass es sich bei dem Prozess um ein recht schräges Verfahren handelt, zeigt sich schon daran, dass Hartmann nicht als Angeklagter, sondern als Kläger auftritt. Eigentlich geht es nämlich nicht um den Burgtheater-Finanzskandal (der wird gerade von der Korruptionsstaatsanwaltschaft aufgearbeitet), sondern darum, ob Hartmann zu Recht entlassen wurde. Insofern ist der Finanzskandal natürlich schon ein Thema: Zu klären ist die Frage, was Hartmann damit zu tun hatte.

Der Ex-Direktor hat seinen Ex-Arbeitgeber geklagt, weil er findet, dass ihm Unrecht widerfahren ist. Sollte das Burgtheater den Prozess verlieren, wird es den Gürtel noch enger schnallen müssen. Im schlimmsten Fall müsste Hartmanns noch fünf Jahre laufender Direktorenvertrag ausgezahlt werden, plus die


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