Er saß ewig in seinem Zimmer, doch Aphex Twin kann's noch immer

Feuilleton | Musikkritik: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Richard D. James alias Aphex Twin ist so etwas wie der Thomas Pynchon der elektronischen Musik. Fans analysieren seit Beginn seiner Karriere Anfang der 1990er akribisch jeden einzelnen Ton seiner Platten, sie untersuchen rätselhafte Tracktitel wie "4 bit 9d api+e+6" auf etwaige Bedeutung und durchforsten das Internet nach Gerüchten um ihren Helden.

So wie der US-Autor ist Aphex Twin auch gut im Verstecken: Wenn er grade keine neue Musik veröffentlicht, hört und sieht man nichts von ihm. Das kann bei dem erratischen Künstler schon etwas länger dauern. Zwischen "Drukqs", seinem letzten regulären Album, und dem neuen Werk "Syro" liegen 13 Jahre. Die Zahl der Elektronikproduzenten hat sich seither vervielfacht.

Die Musik von Aphex Twin klingt aber auch 2014 verblüffend einzigartig. Sie hat nicht mehr ganz die Härte alter Tracks - sie klingt nicht so verzerrt, oft richtiggehend weich -, lässt sich aber trotzdem sofort ihrem Macher zuordnen. Man nehme nur die Art, wie er seine Grooves


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