Film Neu im Kino

Teenie-Rebellion in der Zukunftsstadt: "The Giver"

Lexikon | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

In einer Welt aus kaltem Kalkül soll ein Teenager lernen, Erinnerungen an alte Zeiten voller heftiger Gefühle wiederzufinden. Als erstes Bild dieser Vergangenheit fungiert just der Anblick eines schwarzen Schlittens im Schnee. Hm. Da war doch was: ein Schlitten namens Rosebud Egal. "The Giver - Hüter der Erinnerung", von Actionroutinier Phillip Noyce nach Lois Lowrys Jugendromanbestseller gedreht, ist eher nicht so gut wie "Citizen Kane", verhandelt aber ebenfalls die Moral von Citizenship -einer pazifizierten, egalitären Zukunftsstadt mit Zentralsteuerung und Wolkenklippen drumrum -in Schwarzweiß. Das steht eingangs für Gefühlsverlust. Später wird's bunt, bleibt aber weiß; People of Color sind in diesem dystopischen Initiations-und Teenierebellionsdrama Aufputz in "Universum"-Signation-Clips, die Globalmenschliches in westlich-mittelständischer Sicht feiern. Ergänzt wird die Education sentimentale um Achterbahnfahren und Bungeejumpen, ohne dass dabei Tempo im üblichen Sinn aufkäme. Als Häuser der Kälte sind Imitate des eigentlich schönen Montreal-Expo-Habitats zu sehen, als Memory-Guru und fiese Chefplanerin Jeff Bridges und Meryl Streep. DR Ab Fr in den Kinos (OF im Haydn)


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