Urbanes Betragen

Benimmfibel für Großstadtmenschen (184)

Stadtleben | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Frau E. möchte wissen, ob man sich im Fitnessstudio in der öffentlichen Dusche unter den Achseln, an den Beinen und im Intimbereich rasieren darf.

Ein ganz entschiedenes Nein! Bloß weil Sie mit Ihrem Eintrittspreis auch die Reinigung besagter Dusche mitfinanzieren, heißt das noch lange nicht, dass Sie sie nach Herzenslust verdrecken dürfen. Versetzen Sie sich doch einmal in die bedauernswerte Person, die Ihre Schamhaare aus dem Abfluss klauben muss. Igittigitt! Gummihandschuhe hin oder her: Fremdes Schamhaar ist und bleibt widerlich, und die Enthaarung des Körpers gehört zu Hause erledigt. Schließlich sind hiesige Fitnessstudios und Spas keine Sentōs. In diesen japanischen Tempeln der Körperreinigung werden sogar öffentlich die Zähne geputzt. In unseren Breitengraden ist man, was öffentlich zur Schau gestellte Körperpflege betrifft, eben etwas verklemmter. Schlimm? Wir finden nicht.

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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