Die Stadt der Gerechten

Auch im oberösterreichischen Altmünster regte sich Widerstand gegen Flüchtlinge. Dann geschah Unerwartetes

Politik | Reportage und Fotos: Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014


Foto: Benedikt Narodoslawsky

Foto: Benedikt Narodoslawsky

2012 fährt Almut Etz ins Salzkammergut, heim nach Altmünster, sie hütete die Enkerln in Wien. Kurz vor ihrem Haus tauchen am Straßenrand Plakatständer auf. Sie zeigen eine Stopptafel und den Spruch „Nein zum Asylantenheim – Ja zu Altmünster!“, darüber das FPÖ-Logo. Das Hotel Rittertal solle ein Asylheim werden, hört sie zu Hause. Der ganze Ort ist in Aufruhr.

Ein Lokalmedium hatte vom geplanten Asylheim erfahren, eine Reporterin überraschte die ahnungslosen Nachbarn. „Das wäre eine Schande für Altmünster“, sagte eine Anrainerin, „es wird überall eingebrochen.“ Und eine andere: „Ich werde mich zu wehren wissen.“ Die Internetforen quollen über vor Hass, einer schrieb, die Asylanten könnten ruhig kommen, er stelle schon das Maschinengewehr auf. 700 Unterschriften sammelten die Nachbarn gegen das Asylheim. Das war vor zwei Jahren.


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