Kolumne Außenpolitik

USA gegen IS: Ein Militärschlag ohne Strategie bleibt folgenlos

Falter & Meinung | Franz Kössler | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Wenn eine hochgerüstete Organisation sich fanatisch-religiös verbrämt, inszenierte Brutalität zum eigenen Markenzeichen macht, identitätssuchende europäische Jugendliche radikalisiert und rekrutiert, nationale Grenzen überrennt und Hunderttausende in die Flucht treibt - dann lässt sich schwer gegen eine Intervention von außen argumentieren. Angesichts des unaufhaltsamen Vormarsches des "Islamischen Staats" in Syrien und im Irak reagiert die Weltöffentlichkeit erleichtert auf die Rückkehr der USA in die Rolle des Weltpolizisten: Niemand sonst verfügt über den politischen Willen und die militärische Stärke dazu.

Doch Präsident Obama vollzieht diese Rückkehr so offensichtlich widerwillig und ohne durchdachte Strategie, dass sie leicht noch mehr Probleme erzeugen kann, als sie zu lösen vermag. In keiner anderen Krisenregion der Welt kreuzen sich so viele gegensätzliche Machtinteressen in einem undurchschaubaren Geflecht von Einflüssen und Bündnissen. Klar zu definieren,


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige