Stellung beziehen als Kunst

Die steirischer-herbst-Schau führt das Festivalmotto vor Augen. Und die Problematik von Themenausstellungen

Steiermark | Ausstellungskritik: Wenzel Mraček | aus FALTER 40/14 vom 01.10.2014

Kaum ein treffenderer Ort als die vormalige Stadtleitstelle der Grazer Polizei lässt sich für eine Ausstellung denken, in der anhand 15 künstlerischer Positionen ein Themenkomplex diskutiert wird, der von Teilhabe, Teilnehmen, gesellschaftlichen Zwängen und den Möglichkeiten individueller Distanzierung handelt. Zwar haben die Kuratoren Stefano Collicelli Cagol und Luigi Fassi den sperrigen Titel "Forms of Distancing. Repräsentative Politik und die Politik der Repräsentation" dafür gewählt, mit dem handlichen, die Ausstellung plausibel erläuternden Katalog stellen die beiden allerdings ein probates Vademecum zur Verfügung.

Darin reagieren sie auf die Problematik von Themenausstellungen, in die künstlerische Arbeiten verpackt werden, die zwar einem kuratorischen Kalkül entsprechen, allerdings bestenfalls im themennahen Kontext entstanden sind. Diese Krux behandelt der in den Katalog aufgenommene Essay "Oh du fröhliches, oh du seliges thematisches Ausstellung" von Harald Szeemann.


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